„Alles soll schnell gehen, wir sparen Zeit wo es nur geht, nur um sie an anderer Stelle wieder zu verschwenden.“ Keine Ahnung wo ich das gehört habe, aber dieser Spruch traf mich mitten ins Herz. Im März bin ich 28 Jahre alt geworden. Wie viele Stunden, Tage, oder Monate meines Lebens habe ich bereits mit dem sinnlosen – also, mit meinen Zielen nicht zusammenhängendem – Konsum von Medien verbracht? Darf ich ehrlich sein? Lieber nicht …

Das Aufrufen von Nachrichtenseiten wie Spiegel, Welt oder FAZ zählt neben dem Scrollen durch meinen Facebook Feed zu meiner Nr. 1 Ablenkungsstrategie. Als ob das nicht schon genug wäre, bleibe ich oft auch auf einem (hochinteressanten) YouTube-Clip hängen und die Talfahrt der Produktivität nimmt mit dem Klick auf das nächst vorgeschlagene Video rasant an Geschwindigkeit zu. Prokrastination ist grausam! Sie frisst und frisst das wertvollste was wir besitzen: Unsere Zeit. Bis wir ständig keine mehr zu haben meinen. Nichts ermüdet mehr als unerledigte Aufgaben. Schluss damit! Warum hast du keine Zeit? Wie kannst du dir welche verschaffen? Welche Prokrastinationsstrategie hat sich in deinem Hirn eingeschlichen und wie hebelst du sie wieder aus?

Diese Fragen brachten mich dazu für den April 2018 folgende Regeln aufzustellen:

  1. Kein Konsum von Nachrichten
  2. Kein Konsum von Social Media
  3. Kein Konsum von YouTube-Clips
  4. Ausgenommen: Netflix Filme, Musik hören auf YouTube und Links die mir geschickt werden

Erfahrungen

Das war die mit No Snooze und kalter Dusche die geilste Challenge ever! Lasst mich ehrlich sein, es war eine Schlacht. Wie geht es mit Conor McGregor in der UFC weiter? Wie war das Treffen der Nord- und Südkoreanischen Regierungskräfte? Hat sich Bettina die gemachten Möpse nun von Markus kneten lassen oder nicht? Solche und weniger wichtige Fragen blieben mir einen Monat lang unbeantwortet. Dafür kreisten meine Gedanken ausschließlich um meine Realität, d.h. Hindernisse die ich zu überwinden habe, Herausforderungen die ich anpacken will und Menschen in meinem Umfeld die mir wichtig sind. Machen wir uns nichts vor. Unsere mentale Energie ist begrenzt. Ebenso unsere Lebenszeit. Warum sie für Dinge investieren, die (nahezu) keinen R.O.I. (Return On Investment) bzw. Mehrwert haben? Einem aufmerksamen Radikalen Optimisten ist bekannt: „Nichts ist mehr wert, als der Mehrwert!“ – Marvin Mehrwert.

In folgenden Punkten bin ich gescheitert:

  • Lesen der News-Tafel in U-Bahn und Stadtbild
  • Versehentliches scrollen beim öffnen einer Social Media App (Inhalte Produzieren, also Posten, erlaubte ich mir). Unglaublich wie tief der Automatismus steckte.
  • Beachten der Headlines auf Zeitungen bei Kiosk und Co.

Aber da ich diese CDM schon einmal im März 2017 gemacht hatte, ließ ich mich von kleinen Ausrutschern nicht entmutigen. Heute ist der 4. Mai 2018 und ich spüre, nach diesem (erneuten) kalten Entzug, keinen unkontrollierten Drang mehr mir News oder Entertainment reinzuziehen. Mittlerweile ist es gar meine Vision, den Medienkonsum langfristig aus meinem Alltag zu entfernen. Ich glaube kaum, dass ich auf dem Sterbebett sagen werde: „Hätte ich mir doch vor 50 Jahren nur mehr News und Onlineclips gegönnt.“

Fazit

Meine innere Ruhe ist gewachsen. Sie ist noch lange nicht da wo ich sie haben möchte, aber auf das hektische schnelle verzehren von Informationen und das suchten nach kurzer starker Stimulation schaffe ich nun, Klopf auf Holz, zu verzichten. Möge die Sucht ihre Finger von mir lassen.