Der Plan war jeden Tag meine eigene Grabrede zu halten. Ich stelle mir vor wie ich im Sarg liege, sechs Fuß über mir sind Freunde und Familie versammelt und der Speaker des Events hält eine Ode auf mein Leben. Was wird er sagen? Das weiß ich nicht. Was möchte ich, dass er sagt? Das werde ich notieren und täglich vortragen.

“Memento mori” ( lat. “sei dir deiner Sterblichkeit bewusst”) begleitet mich schon eine Zeit lang. Aufgeschnappt habe ich das in einem Tim Ferris Podcast. Ein Spruch, der ähnlich wie “Carpe Diem” an Zimmerwänden klebt oder Kühlschränken hängt. Viele Kalendersprüche sind gut, aber haben keinen Einfluss. Das Bewusstsein für das Ende meines Lebens wollte ich mit einem CDM Ritual in mein Herz gravieren. Zu wissen, was am Ende bei rum kommen soll, erleichtert mir zu wissen, was jetzt wichtig ist.

Am Community Treff Februar ‘18 haben wir alle unsere Grabreden geschrieben. Ich habe sie dann zu Hause an meine Schlafzimmerwand gehangen. Die Idee war, die Rede einmal pro Tag abzulesen. Das ging soweit gut – nur blöd, dass ich sie nicht mit mir hatte als ich verreist war… Mein Tipp: Unbedingt abfotografieren.

Schon nach ein paar Tagen hatte ich Lust die Rede zu ändern. Mir fielen Stellen auf die schlecht formuliert waren, oder wichtige Punkte die fehlten. Ich hätte mir länger Zeit nehmen sollen um die Grabrede zu schreiben.

Keep it simple. Meine Rede war zu kompliziert, zu abstrakt. Schreibt Bilder auf, Situationen, Gefühle usw. Je plastischer das ganze wird desto wirkungsstärker ist das Ritual.

Ich kann diese Challenge weiterempfehlen. Allerdings empfehle ich sie immer am gleichen Moment im Tag zu machen (z.B morgens nach dem Zähneputzen).

Wichtig ist, dass ihr voll hinter eurer Grabrede steht. Sie liebt. Dafür muss sie sorgsam erarbeitet werden.