Jeder kennt es. Es ist früh, der Wecker klingelt. Die erste Entscheidung des Tages ist der Snooze-Button. Du bleibst im Bett liegen und denkst dir „was sind schon ein paar Minuten“. Was dir nicht bewusst ist, du startest deinen Tag nicht zielgerichtet, sondern übergibst der Bequemlichkeit das Zepter…

Einen ganzen Monat lang habe ich nun meinen Wecker behandelt wie das unausweichliche Kommando, mit Vollgas in den Tag zu Starten. Die Regel lautete: Wenn der Wecker klingelt, muss ich sofort aufstehen. Kein Rumliegen, kein Schlummern, keine Diskussion. Beim Ausschalten des Weckers darf die Uhr keine Minute vorangeschritten sein.

Ich habe mir fest in den Kopf gesetzt, dass ich unter keinen Umständen versagen darf! In der ersten Woche wachte ich nachts manchmal schlagartig auf und hatte Angst ich hätte den Wecker nicht gehört. So wichtig war es, den Moment nicht zu verfehlen. Es gab sehr harte Tage. Der Wecker klingelt und ich bin so müde und träge, dass ich mich kraftlos fühle und alles in mir nach Gemütlichkeit schreit! Die Kunst ist, nicht mit sich zu diskutieren! Beim Einschlafen habe ich mich bereits mental vorbereitet. „Komme was wolle, sobald ich den Wecker höre springe ich aus dem Bett!“ sagte ich mir. Und so war es dann auch. Ich habe das Aufwachen zu einem Startschuss gemacht. Und allen Morgenmuffeln, die behaupten sie könnten morgens früh keine Hektik vertragen sage ich: Bullshit! Ich habe immer geglaubt ich „sei so jemand“, der lange braucht um wach zu werden (wegen niedrigem Blutdruck ect.). Seitdem ich ohne zu zögern aufstehe, werde ich wesentlich schneller wach. Es gibt Tage, da ist der Moment der Überwindung extrem groß, doch nach einiger Zeit prägt sich das Verhalten mehr und mehr ein und es entwickelt sich von schwer zu leicht zu automatisch! Inzwischen klingelt der Wecker und bevor ich überhaupt aufgestanden bin fährt mein Körper hoch und aktiviert sich, weil er genau weiss was jetzt kommt! Natürlich kann es hier und da ein wenig heftig werden. Teilweise bin ich beim Socken anziehen fast umgekippt, weil das Gleichgewicht noch fehlte, aber das ist kein Problem. Wer sich ins kalte Wasser schmeißt, fühlt sich nicht gerade wohl, doch wird in kürzester Zeit aktiv.

Heute kann ich von mir behaupten, dass ich keinerlei Probleme mehr habe, aus dem Bett zu kommen. Es ist für mich zu einem Automatismus geworden, Aufwachen und Aufstehen fest miteinander zu verknüpfen. Durch die vielen Wiederholungen ist mein Verhalten konditioniert. Ich fühle mich unglaublich gewappnet, die allererste Aktion des Tages ist ein Erfolgserlebnis. Einen besseren Start gibt es nicht!