​Ich war ständig an meinem Smartphone, immer wenn ich auch nur eine Sekunde lang nicht wusste was ich tun soll, zog ich mein iPhone aus der Tasche und öffnete die Instagram-App um mich von bunten Bildern ablenken zu lassen. Das ging jetzt die letzten Jahre so aber es war normal für mich weil es alle anderen ja auch machten. Das ich mehr konsumiere als ich es eigentlich sollte war mir klar, ich schaffte es auch immer wieder meine Instagrambesuche zu regulieren aber nur für maximal zwei Tage. Am dritten Tag erwischte ich mich dann wieder wie ich ständig, wie durch einen Automatismus alle paar Minuten die App checke.
Das ganze wurde mir dann irgendwann zu bunt, weil ich feststellte: ich benutze nicht die App, die App benutzt mich! Also war es an der Zeit, mir zu überlegen wie ich dieses Verhalten unterbrechen kann, und da sich der Februar dem Ende neigte war es auch Zeit für eine neue CDM.
Und was wäre eine CDM ohne eine ordentliche Überkorrektur mit welcher man eine Gewohnheit oder in diesem Fall eine Konsumhaltung ausradiert.
Ich fragte mich also wie ich das Problem an der Wurzel packen kann und entschloss mich die so vertiefte Konsumhaltung abzulegen und für dem gesamten März auf alle Medien wie Fernsehen, Netflix, Youtube, Playstation, Facebook (mit Ausnahme des Messenger), Instagram bei welchen ich reaktiv konsumiere zu verzichten. Jedoch war es erlaubt Medien wie Instagram zu nutzen um Dinge zu posten da ich ja in diesem Moment erschuf.
Gesagt getan der März begann und nach eins, zwei Gewohnheitsöffnungen der Apps welche ich mit einem lauten ,,NEIN!!!’’ wieder beendete, war ich langsam drin.
Jetzt galt es die mir vergönnten proaktiven Medien wie Musik, Hörbücher und echte Bücher zu etwas zu machen das mir eine gleiche Befriedigung und Unterhaltung wie beispielsweise Netflix ermöglicht. Ich saß manchmal abends wenn ich von der Arbeit kam  und keine Lust mehr auf lesen hatte einfach nur auf der Couch in meinem Zimmer und hörte Musik. Und irgendwann begann ich das musikhören, statt es als, nennen wir es mal Hintergrundbeschäftigung, zu einer Hauptbeschäftigung zu machen! Ich hörte Musik und stellte mir Bilder dazu vor. Generell hatte ich viel mehr Zeit zum nachdenken was mich ich meiner Entwicklung nach vorn brachte. Heute ist der Letzte Tag der Challenge und ich kann mittlerweile sagen das diese Challenge es wert ist Jährlich wiederholt zu werden da sich in mir nach diesem Monat einiges getan hat: Durch das viele denken und meditieren habe ich eine viel größere Ausgeglichenheit und Ruhe, meine Kreativität wurde geschult, Beschäftigungen wie Lesen und Musik hören nehmen mich mittlerweile viel mehr ein und sind von einer Neben- zu einer Haupttätigkeit geworden. Es gab oft Momente, sei es in Pausen auf der Arbeit oder in der Bahn in welcher ich die Menschen beobachtete wie sie neben einander auf ihr Smartphone stören und sich in Facebook verlieren statt sich in ein Gespräch mit dem Nachbarn zu vertiefen. Ich sah immer wieder Situationen der kollektiven Isolation welche nun öfters in mir aufkommen wenn ich mein Smartphone öffne, und mich warnen mich nach der Eingabe des Pins nicht völlig zu verlieren.