Für viele ist es eine Selbstverständlichkeit – ich jedoch muss mir effiziente Produktivität* erst einmal antrainieren. Durch eigens auferlegte Regeln schaffe ich mir ein Gerüst, das mich sicher durch den Tag bringt. Die Gefahr, sich selber zu sabotieren und sich nicht in die Richtung seiner Ziele zu bewegen, möchte ich minimieren. Im Januar 2018 herrschte für mich das Verbot vom Medienkonsum vor 18:00 Uhr. Der Besuch von Facebook, Instagram und Co. War mir zwar gestattet, aber nur um Nachrichten zu lesen und zu schreiben. Das Ansehen der Timeline blieb mir bis zum Abend hin verwehrt.

CDMs mache ich mittlerweile seit über einem Jahr. Entsprechend leicht ist es mir gefallen, mich dieser Regel unterzuordnen. Insgesamt war die Challenge nicht schwierig. Jedes Mal wenn in mir die Lust auf YouTube-Filmchen, Nachrichtenseiten und Instagram-Fotos hoch kam, vertröstete ich mich auf den Abend. „Entspann dich, um Punkt 18:00 Uhr kannst du es dir genüsslich reinziehen.“ Meist hatte ich dann abends doch besseres zu tun. Der Heißhunger auf Clips und Feeds geht genauso abrupt wie er kommt. Dann wiederum genoss ich sehr, mir bewusst für den digitalen Content meiner Mitmenschen etwas Zeit zu nehmen. Die Gier ließ nach. Vom Verschlingen zur zarten Degustation.

Jedem Social Media Junkie oder normalem Menschen, der sich über den Automatismus, das Smartphone beim Stuhlgang oder Buswarten zu zücken und wahllos, in der Hoffnung auf ein bisschen Dopamin, Pixel zu absorbieren, sei diese CDM sehr ans Herz gelegt! Wenn der Weight Watcher sich nach 18:00 Uhr ein paar Big Tastys reinpfeift, hat die Beherrschung über den Tag hinweg seinen Zweck verloren. Wenn du deinem Organismus jedoch, nach vielen Stunden fokussiertem „Deep Work“, ein paar köstliche Feeds verabreichst und dich gleichzeitig mit geschwollener Brust auf den Lorbeeren des Tages, nämlich dem Einhalten deiner eigenen Regel, ausruhen kannst, wirst du dich prächtig fühlen.

Im März 2017 verzichtete ich gänzlich auf den Konsum von Bildschirmlicht und Nachrichten (was beim Gang durch die Stadt immer wieder ruckhaftes Weggucken verlangte). Eine harte Askese. Diese Challenge hier erscheint mir aber die im Vergleich ertragreichere. Es ist ein Modell, das sich dauerhaft im Leben etablieren ließe, wenn man wollte. Ein Hoch auf die selbstbestimmte Lebensführung. Euer Lionel.

*viel schaffen in wenig Zeit.